Der Arbeitsvertrag wird neu verhandelt
Shownotes
Union und SPD haben sich auf ein Paket geeinigt, das den Arbeitsvertrag neu verhandelt: Der Kündigungsschutz für Jahreseinkommen ab rund 177.000 Euro soll durch eine Abfindungslösung ersetzt werden (12 bis 18 Monatsverdienste, Vorbild Finanzsektor), sachgrundlose Befristungen sollen für Neueinstellungen bis Ende 2030 auf 48 Monate verdoppelt werden, die telefonische Krankschreibung fällt – Attestpflicht ab Tag eins. Dazu: steuerlich privilegierte Abfindungen, höhere Zuschlagsfreibeträge, KI-Öffnungsklauseln in der Mitbestimmung.
Wichtig: Das alles ist eine politische Vereinbarung, noch kein Gesetz. Diese Folge ordnet ein, was davon wie wahrscheinlich kommt – und was Arbeitgeber und gut verdienende Führungskräfte jetzt vorbereiten sollten, ohne sich auf ein ungelegtes Gesetz festzulegen.
Kapitel: 0:00 Worum es geht 2:00 Was ist geplant? Die fünf Bausteine 8:00 Die strategische Einordnung: Standortdruck und Agenda-Parallele 12:00 Konsequenzen für Unternehmer: Befristungsfenster, Führungskräfteverträge, Krankenstand 19:00 Konsequenzen für Führungskräfte und Gutverdiener 23:00 Zwei Praxisfälle 27:00 Konsequenzen für Investoren 30:00 Szenarien und Ihr Fahrplan
Das schriftliche Briefing zur Folge: https://www.guidomoeller.com/briefings Wie ich mit Unternehmern, Investoren und Familien arbeite: https://www.guidomoeller.com
Hinweis: Strategische Einordnung, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Transkript anzeigen
00:00:00: Strategic Briefings, Folge drei.
00:00:03: Kündigungsschutz, Befristung, Krankschreibung – was das Reformpaket der Koalition für Arbeitgeber und Führungskräfte wirklich bedeutet?
00:00:12: Herzlich willkommen zum Strategic Briefing, Folge Drei!
00:00:15: Mein Name ist Guy Dumalla, ich bin Strategieberater und in diesem Format ordne ich aktuelle Entwicklungen aus Politikrecht- und Wirtschaftsstrategisch ein.
00:00:24: Die Leitfrage ist immer dieselbe.
00:00:27: Was bedeutet das für Ihre Entscheidungen?
00:00:30: Heute geht es um Geld, Personal und Macht im Arbeitsverhältnis.
00:00:35: Anfang Juli haben sich Union-und SPD im Koalitionsausschuss auf ein Paket geeinigt das den sperrigen Titel trägt – Einprogramm für Aufschwung und Beschäftigung.
00:00:47: thirty vier Maßnahmen quer durch Steuern, Rente, Bürokratieabbau und mittendrin Eingriffe ins Arbeitsrecht die noch vor zwei Jahren als politisch undenkbar galten.
00:00:58: Ich nenne ihn nur drei Stichborte.
00:01:01: Der Kündigungsschutz für Gutverdiener soll faktisch abgeschafft und durch eine Abfindungsregelung ersetzt werden, sachgrundlose Befristungen sollen von zwei auf vier Jahre verdoppelt werden – und die telefonische Krankschreibung fällt weg!
00:01:17: Attestplicht ab Tag eins.
00:01:19: Wenn Sie Arbeitgeber sind verändert dieses Paket Ihre Personalstrategie.
00:01:24: wenn sie selbst gut verdiende Führungskrafts verändert es ihre Verhandlungsposition, und zwar erheblich.
00:01:32: Und wenn sie investieren, verändert ist das Standortsignal, dass Deutschland gerade aussendet – aber!
00:01:38: Und dieses Aber ist heute besonders wichtig.
00:01:41: wir sprechen über ein Vorhabenpaket.
00:01:44: Es gibt noch kein einzigen Gesetzesentwurf.
00:01:47: Das ist keine Fußnote, das ist der strategische Kern dieser Folge.
00:01:52: Wir sind in der Phase, in der man sich vorbereiten kann ohne sich festlegen zu müssen.
00:01:57: Wer jetzt klug plant hat Optionen.
00:02:00: Wer jetzt schon handelt, als wäre alles beschlossen macht Fehler.
00:02:04: Wie immer gilt strategische Einordn Keine Rechts und keine Steuerberatung.
00:02:09: Legen wir los!
00:02:10: Teil eins Was ist geplant?
00:02:13: Das Lagebild.
00:02:14: Ich gehe die fünf Bausteine durch, die für sie relevant sind.
00:02:18: Baustein Eins Die Befristung.
00:02:20: Heute gilt ein Arbeitsvertrag darf ohne sachlichen Grund höchstens zwei Jahre befristet werden mit maximal drei Verlängerungen und wer schon einmal beim selben Arbeitgeber beschäftigt war, darf in der Regel nicht erneut sachgrundlos befristed werden.
00:02:36: Das Paket stellt das auf den Kopf – für Neueinstellungen bis Ende des Jahrhunderts sollen sachgrundlose Befristung bis zu achtundvierzig Monate möglich sein mit bis zu sechs Verlängerungen.
00:02:49: Das Vorbeschäftigungsverbot soll gelockert werden Die Rückkehr zum frühen Arbeitgeber mit erneuter Befristung würde möglich sein.
00:02:57: Und das Schriftformerfordernis für Befristungsabreden soll zum ersten Januar zwanzig siehnundzwanzig entfallen, was digitale Vertragsprozesse massiv vereinfacht.
00:03:10: Achten Sie auf das Konstruktionsdetail – die Ausweitung ist selbst befristet bis Ende zwanzigg dreißig!
00:03:18: Der Gesetzgeber baut hier bewusst ein Zeitfenster.
00:03:21: Was das strategisch bedeutet, besprechen wir gleich.
00:03:24: Baustein zwei – der politisch präsenteste.
00:03:27: Der Kündigungsschutz für Hochverdiener.
00:03:30: Heute kennt das deutsche Kündigungsschutzrecht keine Einkommensgrenze.
00:03:33: Der vorstandene Bereichsleiter mit rund hunderttausend Euro genießt denselben Bestandsschutz wie die Sachbearbeiterin und anders als in vielen Ländern läuft das deutsche System nicht auf eine Abfindung hinaus ist die Kündigung sozial ungerechtfertigt, stellt das Gericht ihre Unwirksamkeit fest und der Anspruch auf Weiterbeschäftigung bleibt.
00:03:55: Genau das soll sich für eine Gruppe ändern – und zwar zum ersten Januar, im Jahr April, den Jährigen-Jahre.
00:04:02: Dann gilt für Jahreseinkommen oberhalb des Eins Komma sieben Fünffachen der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung.
00:04:11: nach den Werten für zweizig sechsenzwanzig sind es rund hundertseventeusend Euro brutto im Jahr also etwa fünfzehntausend Euro im Monat, eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses mit Abfindungsoptionen möglich werden.
00:04:24: Im Klartext das Gericht könnte auf Antrag des Arbeitgebers das Arbeitsverhaltenes beenden selbst wenn die Kündigung sozial ungerechtfertigt ist.
00:04:33: gegen eine Abfindung von bis zu zwölf bei längerer Zugehörigkeit und höherem Alter bis zu achtzehn Monatsverdiensten aus Bestandsschutz wird Abfindungen Schutz.
00:04:44: Das Vorbild existiert bereits – die Risikoträgerregelung im Finanzsektor, wo Banken sich von hochbezahlten Risikotträgern seit Jahren nach diesem Muster trennen können.
00:04:55: Dieses Prinzip würde jetzt auf alle Branchen übertragen.
00:04:59: Wichtige offene Flanke?
00:05:01: Nach den bisherigen Verlautbarungen soll die Regelung primär für neue Verträge ab.
00:05:08: Das Finanzsektorvorbild trat seinerzeit ohne Übergangsregelungen auch für Bestandsverhältnisse in Kraft.
00:05:15: Ob Altverträge geschützt bleiben, ist schlicht noch nicht entschieden.
00:05:20: Merken Sie sich diese Unsicherheit – sie ist verhandlungsrelevant!
00:05:24: Baustein drei Die Krankschreibung.
00:05:27: Die telefonische Krankschreiben soll wegfallen und Arbeitgeber sollen gesetzlich abgesichert eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Krankheitstag verlangen können.
00:05:37: Hintergrund ist der anhaltend hohe Krankenstand und seine Kosten.
00:05:41: Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass Arbeitgeber ein Attest ab Tag eins schon heute im Einzelfall verlangen können und das die Arztpraxen kapazitär kaum darauf vorbereitet sind wenn das flächendeckend Pflicht wird.
00:05:55: Hier ist also mit Reibungen im Verfahren zu rechnen.
00:05:59: Baustein Vier – Das Geld.
00:06:01: Abfindungen sollen steuerlich privilegiert werden was zur neuen Abfindungslogik beim Kündigungsschutz passt und Trennungen insgesamt planbarer macht.
00:06:11: Die Steuerfreiheit von Sonnen- und Feiertagszuschlägen soll ab dem Jahr zu einem Grundstundenlohn von ca.
00:06:20: €, statt bisher €, gaten – und flankierend.
00:06:24: Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen bei der Einkommenssteuer, Erhöhung der Reichensteuer.
00:06:31: Sehen Sie das Muster?
00:06:32: Der Hochverdiener zahlt in diesem Paket doppelt, höhere Steuer- und schwächere Königungsschutz.
00:06:39: Das ist der politische Deal zwischen Union und SPD – und er erklärt warum dieses Paket überhaupt zustande kam.
00:06:46: Baustein Fünf Mitbestimmung & KI.
00:06:50: Das Paket will die Einführungen von KI in Unternehmen erleichtern und Plantanpassungen im Betriebsverfassungsrecht etwa über tarifvertragliche Öffnungsglauseln bei den Mitbestimmungsrechten.
00:07:02: Für sie als Arbeitgeber mit Betriebsrat heißt das perspektivisch, schnellere Einführungsprozesse für Software und KI-Tools – ein direkter Anschluss an unsere letzte Folge zur KI-Kennzeichnungspflicht.
00:07:16: Und noch einmal der Status!
00:07:18: Das alles ist eine politische Vereinbarung auf Koalitionsebene.
00:07:23: Kein Entwurf, kein Gesetz, keine Berufungsgrundlage.
00:07:27: Die Gesetzesentwürfe werden im Herbst erwartet.
00:07:30: Das Zieldatum, erster Januar, ist ambitioniert.
00:07:35: Jetzt die Einordnung!
00:07:37: Teil zwei – Die strategische Einordnung.
00:07:40: Warum passiert das jetzt?
00:07:42: Drei Ebenen.
00:07:43: Ebene eins der Standortdruck.
00:07:45: Die Wirtschaftslage ist angespannt Der demografische Druck real Der internationale Wettbewerb um Kapital und Fachkräfte härter geworden.
00:07:54: Das deutsche Arbeitsrecht gilt international als eine Stereo nicht wegen der Löhne, sondern wegen der Unkalkulierbarkeit von Trennungen.
00:08:04: Ein Investor, der ein deutsches Unternehmen kauft, preist das Restrukturierungsrisiko direkt ein – genau an dieser Stellschraube dreht das Paket!
00:08:14: Es macht Trenningen nicht billiger aber berechenbarer und Berechenbarkeit ist für Kapital oft wichtiger als Kosten.
00:08:23: Ebene zwei Die historische Parallele.
00:08:27: Das letzte Mal, dass eine Bundesregierung so tief ins Arbeits- und Sozialgefüge eingegriffen hat war die Agenda Jahrzehnte.
00:08:34: Damals wie heute – Eine Koalition unter wirtschaftlichem Druck Maßnahmen gegen die eigene Klientel erbitterter Widerstand aus den eigenen Reihen.
00:08:44: Die Lehre aus der Agenderzeit ist zweischneidig.
00:08:48: Ökonomisch wird ihr ein erheblicher Anteil am folgenden Aufschwung zugeschrieben.
00:08:53: Politisch hat sie die damalige Regierungspartei ein Jahrzehnt gekostet.
00:08:59: Warum ist das für Sie relevant?
00:09:02: Weil es die Umsetzungswahrscheinlichkeit betrifft, der Widerstand gegen das Paket wird im parlamentarischen Verfahren wachsen – besonders in der SPD-Fraktion beim Kündigungsschutz!
00:09:13: Rechnen Sie damit dass Schwellenwerte, Übergangsregeln und Details noch verschoben werden ….
00:09:19: Die Richtung aber….
00:09:21: Mehr Flexibilität, mehr Abfindungslogik, weniger Bestandsschutz.
00:09:25: am oberen Ende hat inzwischen eine parteiübergreifende Mehrheit hinter sich.
00:09:30: Der Zug fährt.
00:09:31: Ebene drei der Konstruktionsgedanke.
00:09:34: zwei Details verraten wie die Architekten denken.
00:09:37: Die Befristungsauswaltung ist bis Ende zwanzig dreißig befristet.
00:09:42: das ist als konjunkturelles Einstellungsprogramm gebaut nicht als Dauerzustand.
00:09:47: stellt jetzt ein Das Risiko.
00:09:50: nehmen wir euch vier Jahre ab.
00:09:52: Und die Hochverdienerregel kopiert bewusst ein erprobtes Modell aus der Finanzaussicht statt etwas Neues zu erfinden – das senkt die verfassungsrechtliche Angriffsfläche!
00:10:04: Wer so baut, meint es ernst mit der Umsetzung?
00:10:07: Mit dieser Brille jetzt auf die drei Ebenen Ihr Unternehmen Ihre eigene Position als Führungskraft, ihr Portfolio.
00:10:15: Teil Drei Konsequenzen für Unternehmer.
00:10:18: Was heißt das für Ihre Personalstrategie?
00:10:21: Vier Felder und bei jedem gilt der Grundsatz aus dem Intro.
00:10:25: Vorbereiten ja, vorwegnemen nein!
00:10:28: Feld eins Einstellungsplanung und das Befristungsfenster.
00:10:33: Wenn die Reform kommt öffnet sich von zwanzig siebenundzwanzig bis Ende zwanzich dreißig ein Fenster in dem Sie mit halbierten Risiko einstellen können.
00:10:43: Vier Jahre Erprobungszeit statt zwei Sechs Verlängerungsoptionen sogar die Rückholung ehemaliger Mitarbeiter ohne Sachgrund.
00:10:52: Für wachsende Unternehmen, für Projektgeschäft, für die Besetzung unsicherer, neuer Geschäftsfelder ist das ein echter Hebel!
00:11:01: Die strategische Konsequenz heute – wenn sie Einstellungen planen, die nicht zeitkritisch sind und beim Kandidaten eine Befristung ohnehin im Raum steht kann sich das Durchrechnen von Szenarien lohnen.
00:11:14: Welche Position würden Sie unter den neuen Regeln anders besetzen.
00:11:20: Aber Vorsicht vor dem Umkehrschluss!
00:11:23: Verschieben Sie keine krigsentscheidenden Einstellungen auf Jahrzehnte und Jahrzehn, um ein Gesetz abzuwarten – das noch nicht existiert.
00:11:31: Der beste Kandidat heute schlägt die beste Befristungsregel morgen.
00:11:36: Ihre Führungskräfteverträge.
00:11:39: Hier liegt der größte Gestaltungshebel, wenn ab dem Jahr für neue Verträge oberhalb von rund unterm Jahr die Abfindungslösung gilt, dann verändert sich die Architektur jedes Führungskräftevertrags.
00:11:53: Die Abfindungshöhe – zwölf bis achtzehn Monatsverdienste als gesetzlicher Rahmen wird zur zentralen Verhandlungsgröße und vertragliche Regelungen zu Vergütungsstruktur-Laufzeit und Trennungsmodalitäten bekommen neues Gewicht.
00:12:09: Zwei konkrete Vorbereitungen können Sie jetzt treffen, erstens verschaffen sie sich einen Überblick welche Ihre Positionen oberhalb- und knapp unterhalb der Schwelle liegen – und bedenken Sie dass die Schwelle an die Beitragsbemessungskränze gekoppelt ist also jährlich wandert!
00:12:26: Zweitens wenn Sie in den nächsten Monaten Führungskräfte einstellen oder Verträge verlängern Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitsrechtler über Eröffnungs- und Anpassungsklauseln, die beide Szenarien abdecken.
00:12:39: Reform kommt?
00:12:40: Reform kommt anders!
00:12:42: Was sie nicht tun sollten – heute Verträge auf ein ungelegtes Gesetz stützen oder gar Trennungen aufschieben in der Hoffnung auf Jahrzehnte und Zwanzig.
00:12:52: Wer sich trennen muss sollte das nach geltendem Recht sauber tun.
00:12:56: Feldtrei, Krankenstand und Kultur.
00:12:59: Die Attestpflicht Abtage eins wirkt Ihnen als Instrument gegeben, aber Instrumente sind keine Strategie.
00:13:06: Rechnen Sie nüchtern!
00:13:08: Was kostet sie der Krankenstand?
00:13:10: Was davon ist?
00:13:11: auffälliges Kurzzeitfehlen und was würde eine verschärfte Nachbeispflicht an Arzttermin verwaltungsaufwand – nicht zu unterschätzen – Vertrauensklima kosten?
00:13:23: Es gibt Belegschaften in denen Die Ertestspflicht ab Tag eins ein berechtigtes Signal gegen es Brauch ist.
00:13:30: Und es gibt Belegschaften, in denen Sie Ihre besten Leute als Misstrauensbeweis lesen!
00:13:35: Mein Empfehlung?
00:13:36: Entscheidend Sie das nicht pauschal sondern datenbasiert und wenn die Regelung kommt kommunizieren sie die Einführungen als fernes Regel nicht als Verdacht.
00:13:46: Feld Vier Betriebsrat und KI.
00:13:49: Wenn die Mitbestimmungsprozesse bei Software und KI-Einführung schlanker werden, verkürzt sich ihre Umsetzungszeit für Digitalisierungsprojekte.
00:13:58: Die Vorbereitung dafür kostet nichts – priorisieren Sie schon jetzt welche Tools sie einführen würden wenn der Prozess einfacher wäre?
00:14:07: Dann starten Sie am Tag eins statt nach sechs Monaten Einigungsstelle!
00:14:12: Und zusammen mit der Kennzeichnungspflicht.
00:14:15: aus der letzten Folge ergibt sich ein Bild.
00:14:18: Der Gesetzgeber will KI im Betrieb, schneller einführbar aber transparent gekennzeichnet – wer beides zusammendenkt hat seine KI Governance für die nächsten Jahre skizziert!
00:14:30: Teil vier Konsequenzen für Führungskräfte und Gutverdiener.
00:14:35: Jetzt wechsle ich bewusst die Seite des Tisches, denn viele von ihnen, die hier zuhören sind nicht nur Arbeitgeber sondern selbst gut verdienten angestellte Geschäftsführer-Bereichsleiter.
00:14:46: Für sie persönlich ist diese Form vielleicht die wichtigste des Pakets – wenn Sie über der Schwelle von rund hundred und seventy tausend Euro liegen oder auch Sie zusteuern verschiebt sich Ihre Verhandlungslogik.
00:14:58: bisher war ihr Bestandsschutz ihr stärkstes stilles Kapital.
00:15:03: Ein Arbeitgeber, der sie loswerden wollte, musste entweder gute Gründe haben oder ihnen den Abgang teuer abkaufen – und zwar zu ihren Konditionen weil Sie die Weiterbeschäftigung als Drohkolisse hatten!
00:15:17: Diese Drohkolisse fällt für Neuverträge ab twenty-sevenundzwanzig weg.
00:15:22: Der Abfindungsrahmen Von zwölf bis achtzehn Monatsverdiensten wird dann nicht mehr ihr Verhandlungserfolg sein, sondern ihre Obergrenze.
00:15:31: Was folgt daraus?
00:15:32: Erstens – bestehende Verträge werden wertvoller.
00:15:35: so lange offen ist ob Altverträge unter die Neuregelung fallen hat der Vertrag den sie heute haben einen Optionswert.
00:15:42: der ohnehin über ein Wechsel nachdenkt, sollte das Timing mitdenken.
00:15:46: Ein neuer Vertrag ab dem Jahr im Jahr her spielt möglicherweise nach neuen Regeln – der wechselt davor noch nach den alten.
00:15:55: Ich sage bewusst «möglicherweise».
00:15:57: Das entscheidet das Gesetzgebungsverfahren und beim Finanzsektor Vorbild wurden seinerzeit auch Bestandsverträge erfasst!
00:16:06: Verfolgen Sie diesen einen Punkt im Herbst genau, erst für Ihre persönliche Planung der Wichtigste.
00:16:12: Zweitens – verhandeln sie künftig Substanz statt Schutz.
00:16:17: Wenn der gesetzliche Bestandschutz schwindet wandert der Schutz in den Vertrag.
00:16:22: Längere Kündigungsfristen vertraglich garantierte Abfindungen oberhalb des gesetzlichen Rahmens Change of Control-Klauseln ausfinanzierte Altersversorgung Garantieboni Alles, was im angelsächsischen Raum seit Jahrzehnten Standard ist – weil es dort nie einen deutschen Bestandsschutz gab wird auch hier zur Verhandlungsmasse.
00:16:44: Wer das früh versteht verhandelt zwanzig sindundzwanzig auf Augenhöhe.
00:16:48: Wer's nicht versteht unterschreibt Standardverträge mit gekapptem Falschung.
00:16:53: und drittens die nüchterne Vermögensperspektive.
00:16:57: Planen Sie Ihre private Finanzarchitektur nicht mehr auf die Unkündbarkeit Ihrer Position!
00:17:04: Liquiditätsreserve, Diversifikation außerhalb des Arbeitgebers.
00:17:09: Tragwegestrukturen für den Fall der Trennung – das war schon immer klug!
00:17:13: Aber es wird jetzt vom Vorsichtsprinzip zur Grundannahme.
00:17:17: Teil fünf Zwei Praxisfälle.
00:17:21: Machen wir das Ganze an zwei Fällen konkret Beide zusammengesetzt aus typischen Konstellationen wie sie mir in der Beratung begegnen.
00:17:29: Fall eins Der Mittelständler mit Wachstumsplan.
00:17:33: Ein Maschinenbauunternehmen, hundertzwanzig Mitarbeiter will ab zwanzig siebenundzwanzigt den Vertrieb um acht Stellen ausbauen.
00:17:40: Neue Region – unsicherer Markterfolg!
00:17:43: Nach heutigen Recht wäre das eine Wette.
00:17:46: Nach spätestens zwei Jahren Befristung sind die Leute entfristet ob die Region trägt oder nicht.
00:17:53: Oder das Unternehmen befristet gar nicht erst und findet für unbefristete Stellen in einer unsicheren Region schwerer Kandidaten.
00:18:02: Unter den geplanten Regeln sieht die Rechnung anders aus.
00:18:06: Vier Jahre Erprobungszeit, sechs Verlängerungsoptionen.
00:18:10: das Marktrisiko und das Personalrisiko laufen endlich synchron.
00:18:15: Die kluge Vorbereitung heute?
00:18:18: Der Geschäftsführer baut seinen Expansionsplan in zwei Varianten eine nach geltendem Recht, eine nach Reformrecht Und definiert den Entscheidungspunkt.
00:18:28: sobald der Gesetzentwurf Die Befristungsauswaltung bestätigt, startet Variante zwei.
00:18:34: Erwartet nicht – er staffelt!
00:18:36: Das ist der Unterschied zwischen Abwarten und Vorbereiten.
00:18:40: Fall Zwei Die Bereichsleiterin mit Angebot.
00:18:43: Eine Führungskraft, siebenundvierzig Jahre seit elf Jahren im Unternehmen.
00:18:48: Hundert und neunzigtausend Euro Jahresgehalt klar über die Schwelle.
00:18:52: Ein Wettbewerber wirbt sie ab.
00:18:54: Vertragsbeginn wäre der erste März zwanzig, siebundzwanzig.
00:18:58: Nach heutiger Logik würde sie vor allem über Gehalt und Titel verhandelt.
00:19:02: Nach Reformlogik muss sie zwei Dinge zusätzlich denken – erstens, ihr neuer Vertrag ab dem Jahr zwanzigundzwanzig viele voraussichtlich unter die Abfindungsregel.
00:19:12: Ihr alter elf Jahre gebachsener Bestandsschutz wäre weg und mit ihm bei Alter- und Betriebszugehörigkeit auch die Basis für den oberen Abfindungshahn.
00:19:22: Der Wechsel kostet sie also unsichtbares Vermögen, das Sie sich sichtbar bezahlen lassen sollte.
00:19:30: Zweitens – genau deshalb verhandelt sie beim neuen nicht primär – fünfzehntausend Euro mehr Gehalt, sondern Substanz!
00:19:39: Eine vertragliche Mindestabfindung eine verlängerte Kündigungsfrist ein Signingbonus als Kompensation für den aufgegebenen Schutz.
00:19:49: und sie lässt sich das Timing offen.
00:19:51: Sollte der Gesetzentwurf im Herbst Altverträge doch einbeziehen, verliert ihr alter Vertrag seinen Optionswert.
00:19:59: Dann zählt nur noch das Paket beim Neuen – sie verhandelt also mit zwei Szenarien in der Tasche!
00:20:06: Genauso sieht strategisches Verhandeln in einer Übergangsphase aus….
00:20:10: Man muss die Zukunft nicht kennen ….
00:20:13: man muss sie nur in Varianten denken….
00:20:16: Beide Fälle haben denselben Kern.
00:20:18: Die Reform ist noch nicht Gesetz, aber wer heute seine Entscheidungsarchitektur baut entscheidet am Tag des Gesetzentwurfs in Stunden, während andere in Wochen erst anfangen zu rechnen.
00:20:33: Drei Beobachtungen für das Portfolio.
00:20:36: Erstens, das Standort-Signal – berechenbare Trennungskosten senken das Restrukturierungsrisiko deutscher Unternehmen.
00:20:43: Das ist für Private Equity, für Turnaround-Investoren und für jeden Käufer deutscher Mittelständler eine relevante Neuigkeit.
00:20:51: Die jetzt die bisher an der Unkalkulierbarkeit deutscher Personalabbau kosten scheiterten werden rechenbar!
00:20:58: Wenn das Paket kommt dürfte sich das mittelfristig in Bewertungen und Transaktionsvolumen niederschlagen.
00:21:05: Deutschland wird als Restrukturierungsmarkt investierbarer.
00:21:09: Zweitens die Sektorenbrille Profiteure einer flexibilisierten Einstellungslandschaft sind Personaldienstleister, Recruiting-Plattformen und Human Resource Tech.
00:21:21: Mehr Befristungen bedeuten mehr Vertragsvorgänge, mehr Fluktuation, mehr Vermittlungsgeschäft.
00:21:27: Auch die arbeitsrechtliche Beratung selbst steht vor fetten Jahren.
00:21:32: Jede Reform dieser Größe erzeugt eine Welle an Vertragsanpassungen und Prozessen, auf der gegenseitige Geschäftsmodelle, die auf langfristig stabilen Belegschaften mit hoher Bindung behoben müssen in ihre Personalkostenmodelle künftig höhere Fluktuation einpreisen.
00:21:49: Drittens – Der Realitätscheck.
00:21:51: Preisen Sie nichts!
00:21:53: Voll ein, bevor Entwürfe vorliegen.
00:21:56: Die Geschichte deutscher Arbeitsmarktreform ist eine Geschichte der Abschwächung im Verfahren.
00:22:01: Schwellenwerte steigen, Übergangsfristen wachsen, Ausnahmen vermehren sich – die Richtung ist klar!
00:22:07: Das Ausmaß nicht.
00:22:09: Wer jetzt Positionen aufbaut tut das auf die Richtung, nicht auf den Wortlau des Koalitionspapiers.
00:22:16: Teil sieben Szenarien und Ihr Fahrplan.
00:22:19: Die Szenarien kurz und ehrlich.
00:22:21: Szenario eins – Wahrscheinlichkeit hoch, das Paket kommt aber weichgespült.
00:22:26: Befristungsauswaltung und Attestregelungen passieren, dass Verfahren weitgehend die Hochverdiener-Regel kommt mit höherer Schwelle, klarer Altvertragsschonung oder engeren Voraussetzungen.
00:22:39: Zeitplan rutscht teilweise ins Jahr twenty-sevenundzwanzig hin an.
00:22:43: Scenario zwei – Wahrscheinlichkeit mittel?
00:22:46: Es kommt im Kern wie angekündigt.
00:22:48: Der Koalitionsdruck ist hoch.
00:22:50: Das Finanzsektor-Vorbild trägt juristisch und die Regierung braucht einen wirtschaftspolitischen Erfolg, dann gilt ab dem ersten Januar twenty siebenundzwanzig eine neue Arbeitswelt für Verträge oberhalb der Schwelle.
00:23:03: Szenario drei Wahrscheinlichkeit gering?
00:23:06: Der Kündigungsschutztal scheitert am SPD internen Widerstand – der Rest kommt!
00:23:12: Selbst dann bleiben Befristungsfenster und Attestregel.
00:23:15: Und die Debatte über den Bestandsschutz ist eröffnet, kommt wieder!
00:23:20: Ihr Fahrplan daraus – bis zum Herbst.
00:23:22: beobachten Sie die Gesetzesentwürfe.
00:23:24: Die eine Frage, die alles entscheidet, ist die Behandlung von Altverträgen.
00:23:28: Als Arbeitgeber für Güthungslangkarte um die Hundertsehneun-Siebzigtausender-Schwelle erstellen anstehende Führungskräfte Verträge mit Szenarienklauseln versehen Einstellungsplanung, twenty-sevenundzwanzig bis zwanzig dreißig einmal unter Befristungsfenster Annahmen durchrechnen.
00:23:46: Als Führungskraft eigenen Vertrag prüfen Wechselentscheidungen mit dem Zeitfaktor denken Verhandlungsstrategie von Schutz auf Substanz umstellen und als Investor Deutschlands Exposure mit der neuen Berechenbarkeitsbrille prüften.
00:24:03: Sektor Profiteure beobachten aber Position erst mit den Entwürfen skalieren was niemand tun sollte, heute rechtlich handeln als wäre das Paket jetzt schon Gesetz.
00:24:14: Es ist keins – jedenfalls noch nicht!
00:24:17: Das war Folge drei der Strategic Briefings.
00:24:19: Mein Fazit in einem Satz dieses Reformpaket verschiebt das deutsche Arbeitsverhältnis vom Prinzip Schutz zum Prinzip Preis.
00:24:27: Trennungen werden berechenbarer, Sicherheit wird verhandelbar und wer auf welcher Seite des Tisches auch immer sitzt, sollte die Monate bis zum Gesetzentwurf nutzen um seine Position zu sortieren, statt später auf ein fertiges Gesetz zu reagieren.
00:24:44: Die strategic briefings sind und bleiben kostenfrei – sie sind meine Arbeitsprobe!
00:24:49: Das schriftliche Briefing zur Folge finden Sie über den Link in der Beschreibung Und wenn Sie diese Art der Einordnung für Ihre eigene Situation brauchen, auf gidomeller.com.
00:24:59: sehen Sie wie ich mit Unternehmern, Investoren und Familien arbeite – und wenn Sie eine Erführungskraft kennen die über hundredseventigtausend Euro verdient leiten sie Ihr diese Folge weiter!
00:25:10: Sie wird sich bedanken.
00:25:11: Ich bin Gido Möller.
00:25:12: treffen Sie gute Entscheidung bis zum nächsten Briefing.
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